Putzete in unserer Ortschaft Langnau
Viele Engagierte finden: "unbedacht in die Landschaft "entsorgter" Müll ist schlecht"
...und packen gemeinsam an, um sie davon zu befreien
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Zur Vorbereitung eines Zeitungsartikels (Ausgabe vom 20. 03. 2026) für die Ankündigung der vom Bürgerverein organisierten Ortsputzete 2026 hat Frau Zürn von der Schwäbischen Zeitung auch die Frage gestellt: „Warum halten Sie es für wichtig, dass man aktiv wird und seinen Ort sauber hält?“.
Komische Frage? … oder vielleicht doch nicht; immerhin gibt es Menschen, die Müll einfach in ihre Umgebung „entsorgen“.
Meine erste, einfach gehaltene Antwort: „Müll gehört nicht in die Natur – ich bin so erzogen“.
Es geht auch etwas fundierter: Müll in der „freien Natur“ belastet diese. Nachfolgend ein paar Gedanken (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
- schwer oder nicht abbaubare Materialien bedecken den Boden für lange Zeit → Verhinderung der natürlichen Bewitterung des Bodens
- durch Zersetzung bzw. mechanische Zerkleinerung von Kunststoff entsteht Mikroplastik
→ Schädigung von Tieren, Eintrag in die Nahrungskette, Weitertransport z. B. in die Meere - herausgelöste giftige Substanzen verseuchen Boden und Grundwasser
- recyclebare Materialien bleiben ungenutzt
- Scherben bzw. scharfe Gegenstände bergen Verletzungsgefahr für Menschen und Tiere
- Müll ist nicht schön anzusehen → unsere Landschaft ist wunderschön … solange kein Müll darin zu sehen ist
Ein paar Beispiele für „Müllsorten“, die bei jeder Putzete zu Hauf zu beseitigen sind:
- PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) – dies sind Kunststoffe, die äußerst widerstandsfähig gegen chemische und thermische Zerstörung sind. Bekanntes Beispiel: PTFE (Teflon). Die Kunststoffe weisen also „begehrte“ physikalische und chemische Eigenschaften auf … und sind damit in der Umwelt kaum bzw. nicht abbaubar. Derartige Stoffe werden heute noch z. B. in Fast-food-Verpackungen verwendet. Wissen das diejenigen, die ihren Softdrink-Becher einfach so in die Landschaft werfen?
- Altglas / Altmetall – Wertstoffe, die in Materialkreisläufen wiederverwendet werden können … warum müssen wir bei einer Putzete eimerweise diese Materialien aus der Landschaft entfernen?
- Zigarettenkippen – schnell weggeworfen; außerdem … das kleine Ding, und wo soll’s auch sonst hin? Gerade die Filter bestehen zum Teil aus schwer abbaubaren Materialien und beinhalten eine sehr hohe Zahl an giftigen Stoffen, die durch die Bewitterung herausgelöst und in den Boden sowie das Grundwasser eingetragen werden.
Besser wär’s, der Müll würde erst gar nicht in der Umwelt landen.
Immerhin: Es bereitet Freude und Hoffnung, dass sich immer wieder etliche Menschen engagieren und zusammenwirken, um den Müll aus der Umwelt zu entfernen.
Johannes Winkler
Wer putzt, wer wirkt mit?
Mehrere Gruppen und Institutionen führen in unserer Ortschaft Putzeten durch:
- die Grundschule in Laimnau
schon seit Langem führen Lehrerinnen und Lehrer der Schule in Laimnau mit ihren Schülerinnen und Schülern jährlich eine Putzete durch. Sie befreien dabei Laimnau, und mit ansehnlichem Radius auch seine Umgebung von Müll. Die Säuberungsaktion wird pädagogisch vorbereitet und adressiert an Kinder, die noch in erheblichem Maß erreichbar sind für die Thematik … ein sehr wertvolles Engagement.
Was halten die Teilnehmer davon? Untenstehend ist ein Aufsatz zu finden.
Seit seiner Gründung darf der Bürgerverein Langnau ein wenig unterstützen, indem er sich in Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Stadt um die ordnungsgemäße Entsorgung des Mülls kümmert. Damit signalisiert er den Schülerinnen und Schülern, dass ihre Putzete auch bei nicht schulischen Erwachsenen als wertvoll eingeordnet wird. - der Angelverein Kressbronn
befreit die unmittelbaren Argenufer von Laimnau aus bis Giesenbrücke vom Müll - der Bauhof der Stadt Tettnang
säubert die Fahrstraßen, die von Putzete-Gruppen kaum begehbar sind – z. B. zwischen Laimnau und Unterlangnau - die Bürgerinnen und Bürger, zusammengebracht vom Bürgerverein Langnau e. V.
derzeit werden alle 2 Jahre verschiedene Routen von Laimnau sowie von Apflau aus jeweils nach Hiltensweiler mit Zielpunkt Dorftreff begangen. Die Routen wurden in Ergänzung zu den von der Grundschule bedienten Wegen gewählt.
Hervorzuheben ist dabei die Unterstützung des Dorftreffs in Hiltensweiler. Er stellt mit seiner Gastfreundschaft immer ein gemütliches Ziel dar, an dem man sich bei guter Verköstigung zum bei der Putzete Erlebten und darüber hinaus austauschen kann.
So ist dies immer eine wunderbare Gemeinschaftsaktion in der Ortschaft
Der städtische Bauhof ist nicht nur „Putzender“, sondern auch verlässlicher Partner mit pragmatischer Herangehensweise bei der Entsorgung des gesammelten Mülls – vielen Dank auch an dieser Stelle.
Nicht zuletzt sind das Umweltmanagement der Stadt Tettnang (Frau Kuhn) und die Anlaufstelle für Bürgerengagement (Frau Friedrich) gerade dabei, das Thema auf größere gemeinsame Füße zu stellen … (diese Stelle wartet auf einen link auf eine entsprechende Seite der Stadt)
2024 hat der Bürgerverein Langnau zum ersten Mal eine Ortsputzete organisiert.
Ein paar Eindrücke findet Ihr hier
Die Erfahrung zeigt, dass besonders befahrbare Straßen sowie Plätze, an denen sich Menschen versammeln, Orte illegaler Müllentsorgung sind. Wanderwege sind zwar nicht sicher vor mutwilliger Müll-Verschmutzung, aber mitunter nicht so intensiv betroffen.
Nachfolgende Skizze liefert einen Eindruck von den begangenen Routen – Beispiel 2026





